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Nach der EM ist vor der WM

(frei nach Sepp Herberger)

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10.11.2009: Niedersachsen und ganz Deutschland trauern um Robert Enke

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Ein schwerer Schlag nicht nur für seine Angehörigen und Hannover 96, sondern auch für die Vorbereitungen zur WM in Südafrika. Er reißt ein großes Loch.

Auf ein Neues!

So langsam trudeln die ersten Bestellungen für die Europameisterschaft ein. Die etwas schlampige Artikelpflege der vergangenen Wochen bitte ich nachträglich zu entschuldigen, jetzt Anfang Mai stocken wir unseren Lagebestand wieder auf und haben die Auslauf-Artikel weitgehend von der Internetseite entfernt. Auch zwischen den Events hat sich unsere Fußball Deko nämlich hin und wieder verkauft, ein Zeichen, daß Nachwuchs für diese beliebte Sportart trotz rückläufiger Geburtenraten immer noch da ist.

So wie es aussieht, wird die Nachfrage nach Fußball Dekoration aber diesmal nicht ganz so stark werden, wie vor zwei Jahren. Das passt mir eigentlich ganz gut, da wir im Juli endlich eine neue Lagerhalle beziehen werden, so daß ich mich um den Abverkauf dieser Produktschiene nicht so gewissenhaft kümmern kann, wie damals. Auch Jogi Löw kann ich leider nicht so intensiv strategisch beraten und mental stabilisieren;) Der schafft das aber auch so.
Die nachfolgende Sportberichterstattung stammt aus dem Jahre 2006:

Der Fußball hat seine eigenen Gesetze

Die Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist ein einmaliges Ereignis. Es ist die erste Fußball Weltmeisterschaft in Mitteleuropa, seit die Internettechnologie zur Jahrtausendwende hier ihren Durchbruch hatte. Wir haben also Ü-BER-HAUPT keine Ahnung, wie stark die Nachfrage nach den hier angebotenen Produkten sein wird.

Als wir im Februar die ersten Artikel bei unseren Lieferanten geordert haben, durften wir erfahren, daß einige Produkte schon gar nicht mehr lieferbar waren (z.B. Die Flaggenpicker und Lichterketten). Zum Teil sollen diese wohl nachproduziert werden, aber wann insbesondere die Fernostimporte fertig sind, und ob die Kontingente dann ausreichen, kann niemand wissen. Wir müssen also vorab um Verständnis bitten, wenn es in diesem Sektor insgesamt zu Lieferengpässen kommt und möchten Ihnen nahelegen, Ihre Veranstaltungen entsprechend flexibel zu planen.

Damit solls aber auch gut sein. Stets um größmögliche Aktualität bemüht, wollen wir an dieser Stelle einfach mal eine Lanze für den Bundestrainer brechen, denn schließlich geht es auf dieser Seite um Fußball.

9.3.2006: eine Lanze für Jürgen Klinsmann

Der Trainer der Fußballnationalmannschaft hat nicht die Aufgabe, bei unbedeutenden Vorbereitungs- und Freundschaftsspielen eine gute Figur zu machen. Diese Spiele dienen in erster Linie Tests für neue Strategien. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt, und wer nicht im Kleinen auch mal scheitert, kann im Großen keinen Erfolg haben. Da hat er völlig recht.

Die Arbeitsteilung mit Oliver Bierhoff als Frontman für die Presse und Jogi Löw als technischem Direktor ist kongenial (ich frage mich, wann uns verraten wird, welcher Vierte die ganze Zeit im Hintergrund die Computerauswertungen vorgenommen hat). Wie alles im Leben ist auch Fußball heute vor allem eine Frage der Psychologie. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge, und der Glaube an den eigenen Erfolg ist die wesentliche Voraussetzung für den Einzug ins Halbfinale. Jürgen Klinsmann hat vor allem die Aufgabe, diese Zuversicht auszustrahlen, und die dafür nötigen positiven Vibrationen bekommt man im sonnigen Kalifornien sicher leichter als bei dieser Schweinekälte hier in Mitteleuropa Anfang März 2006. Richtig so Herr Klinsmann: ein Blümchen ins Haar und ab in den Isolationstank bis der Rummel wegen dem 1:4 gegen Italien vorbei ist.

Franz Beckenbauer dürfte das eigentlich wissen und sollte besser seinen Mund halten. Die Zukunft des deutschen Fußballs wird am besten durch eine verbesserte Jugendarbeit gefördert, und nicht durch irgendwelche pressewirksamen interntionalen Workshops und Meetings. Er soll gefälligst Jürgen Klinsmann den Rücken stärken. 1990 hat das ja auch geklappt. Oder hat er als öffentliche Figur sein Rückgrat und seine Seele mittlerweile verscherbelt?

Überhaupt, die Presse, allen voran der ehemalige Arbeitgeber von Günter Wallraff: Unsere versammelte Journaille wird immer drittklassiger. Statt hochklassiger Recherche hängen sich alle wie die Geier nur an immer dieselben Promis; beliebtestes, ja fast einziges Metier ist das Königsmördertum. Immer wieder geht es nur noch darum, die primitivsen Neidgelüste des Pöbels zu wecken, anstatt endlich im Psychostandort Deutschland das Ruder ins Postive zu drehen.

An dieser Schnittstelle gibt es tatsächlich einen engen Zusammenhang zwischen der Fußball-Weltmeisterschaft und der allgemeinen Stimmung, vor allem in der Wirtschaft. Alle, die im Ausland (z.B. In Kalifornien;) Geschäfte machen, vermelden einen Rekord nach dem anderen. Nur innerhalb der Grenzen unseres Landes wird alles angeblich immer schlimmer. Ob das vielleicht was mit der Presse zu tun hat?

Man muß sich das mal vorstellen: Da Studiert jemand Journalistik oder Germanistik, träumt davon, später durch sein ganz persönliches Watergate berühmt und angesehen zu werden, und am Ende darf er homestories bei irgendwelchen alternden Promis abwickeln, die eh niemand mehr kennen will. Und anstatt sich rechtzeitig einzugestehen, daß man mit den eigenen Träumen gescheitert ist, setzt man alles daran, dafür zu sorgen, daß andere scheitern. Ein verheerender Mechanismus; die eigentliche und größte Gefahr für den Standort Deutschland, wenn Sie mich fragen. Herr Klinsmann, lassen Sie sich davon nicht runterziehen. Wir schaffen das!

20.3.2006: Der Zauberlehrling

Inzwischen haben sich die Gemüter etwas beruhigt. Auch der FC Bayern München hat 1:4 gegen eine italienische Mannschaft verloren und ist aus der Champions-League ausgeschieden, genau die richtige Taktik um die Azuris in Sicherheit zu wiegen und übermütig werden zu lassen. Ein 3:8 hätte das Ganze ja auch viel zu offensichtlich werden lassen. Weiter so.

Harald Schmidt war mittlerweise auch auf unserer Seite und hat mit unserer Hilfe sein temporäres defätistisches Formtief überwunden, dann kann ja nichts mehr passieren. Bei uns trudeln jetzt auch die ersten Bestellungen ein; vor allem die Flaggenpicker sind erwartungsgemäß sehr beliebt. Wir bekommen Mitte Mai wohl 700 und Mitte Juni nochmal 500 Päckel rein. Ich hoffe, das reicht. Auch hierin machen wir das Minimalziel Halbfinale dingfest, bleibt standhaft Jungs, ich bleib sonst auf dem Kram sitzen.

22.3.2006: War das nötig?

4:1 gegen die USA. Na toll. Das bringt doch alles durcheinander! Hätte ein 1:0 nicht gereicht? Oder ein 1:1? Nein, da muß man gleich erstmal zeigen was man kann. Voll drauf, damit auch alle übrigen Favoriten wieder hellhörig werden.

Ärgerlich ist vor allem, daß die Verletzung von Deissler so früh kommt, für einen echten "Ruck", der durch die Mannschaft gehen könnte, wird das bis zur WM noch etwas zu lange dauern. Was solls, wir wünschen ihm gute Besserung.

1.7.2006: JOHN 3:16

Na also! Deutschland steht im Halbfinale!

Entgegen der anderslautenden einhelligen Meinung unserer inkompetenten Sportjournaille heißt für mich der Held des Tages Miroslav Klose. Sein Kopfballtor markiert psychologisch den wichtigsten Punkt des Spiels und die Emotionen der Republik werden hier wesentlich größer gewesen sein als beim letzten Elfmeter. Die morphogenetischen Felder, die da auf ihn zurückschwappten, dürften kaum auszuhalten gewesen sein, weshalb er von Herrn Doktor Klinsmann zurecht ausgewechselt wurde.

Selbstverständlich verdient auch die Leistung von Herrn Lehmann ein dickes Lob, aber er ist ein paar Jährchen älter, kann das alles besser verkraften, und wurde ja auch bekanntlich bereits mit einem kompletten Buchtitel durch Sven Regener hinreichend gewürdigt. Sehr lesenswert!

Unserem Teamchef verleihen wir hiermit schonmal die

Ehrendoktorwürde

honoris causa militis

und erwarten, daß die Humboldt-Universität das spätestens nach dem Finale mit dem entsprechenden hoheitlichen Akt untermauert.

Der schlechteste Mann auf dem Platz - und das muß leider auch mal gesagt werden - war diesmal das Publikum. Außer Pfiffen gegen die Argentinier und ein wenig Reklamegeschrei für den Hersteller der Trinkflaschen, die meine Kinder benutzen, war kaum etwas zu hören. Dies ist eines Landes unwürdig, das die Welt zu Gast bei Freunden einlädt, und gerade um die 75. Minute herum hätte unsere Mannschaft ein wenig Unterstützung dringend gebrauchen können. Das kommt davon, wenn man ein Ticket-Verkaufssystem einführt, das an der Zielgruppe Fußball-Fan ein wenig vorbeigeht. Im Halbfinale in Dortmund wird das hoffenltich anders werden, aber für das Endspiel wird mir da doch ein wenig mulmig.


Erinnern sie sich noch an die frühen neunziger Jahre, als in den Fußballstadien überall Plakate mit der Aufschrift

John 3:16

auftauchten? Angeblich ging die Idee auf einen Amerikaner namens Rollen Stewart zurück. Millionen von Menschen fragen sich seitdem, was Johannis 3 Vers 16 mit Fußball zu tun hat, und die Antwort ist eigentlich ganz einfach, wenn man weiß, daß neben dem Johannisevangelium auch noch die Offenbarung des Johannis existiert. Dort nämlich heißt es in Kapitel 3 Vers 16:

Weil ihr aber lau seid
Weder heiß noch kalt
Will ich euch aus meinem Mund ausspeien

Falls Sie eine Bibelstelle kennen, die die Grundlage der Klinsmann-Strategie treffender beschreibt, schicken sie mir bitte eine E-Mail. Weil die Hälfte der Achtelfinalspiele echt ziemlich langweilig und lau war, mußte ich nochmal an diese Episode denken. Man erinnere sich, daß als Folge des Stewartschen Missions-Eifers von der FIFA die 2:0,1:1,0:2- Regelung kassiert wurde, und es seitdem für einen Sieg 3 Punkte, für ein Unentschieden 1 Punkt und für eine Niederlage 0 Punkte gibt. Ziel der Aktion war seinerzeit, den Fußball wieder durch mehr Tore attraktiver zu machen. In den Folgejahren rückten die "deutschen Panzer" von Olli Kahns Bunker ausgehend, Meter um Meter der feindlichen Linien mit hohem Blutzoll schwer erkämpfend, vor, um dann ebenso sicher wie erfolglos stundenlang vor dem gegnerischen Sechzehnmeterraum zu kreiseln. Gott, Stewart und Dr. Klinsmann sei Dank sind diese Zeiten vorbei.

Extrem peinlich für viele, die hierzu im Internet ihren Senf abgeben, ist natürlich, daß niemand im Hause so bibelfest ist, daß er diesen Zusammenhang aufdecken kann. Fast ausnahmslos wird auf das Johannisevangelium verwiesen und Herr Stewart für irre erklärt. Nun ja, am Ende wird sich sowieso die Wahrheit durchsetzen.

Was Argentinien angeht, so trifft Offb. Joh 3:16 zu einem ganz geringen Teil tatsächlich zu. Wer bei 63 % Ballkontakten gerade mal eine Torchance herausspielt, bezeugt damit keineswegs eine überlegene Spielweise, sondern bestenfalls eine gewisse Hilflosigkeit. Insgesamt muß man natürlich zugeben, daß das denkbar knappe Ergebnis voll gerechtfertigt war. Die wenigen kompetenteren Kommentatoren sind der Meinung, daß dies vielleicht schon das eigentliche Endspiel war. Herr Pekermann und die Argentinische Mannschaft können absolut erhobenen Hauptes die Heimreise antreten, oder natürlich auch gerne noch eine Woche lang mit uns feiern.

Man darf vermuten, daß das neue Testament in Italien noch etwas häufiger gelesen wird.